Phasenmodell der Athletik

Die hier dargestellten Trainingsphasen stellen kein starres chronologisches Ablaufschema dar.
Die Trainingsinhalte dürfen nicht planlos aufeinander folgen, sondern müssen systematisch miteinander verzahnt werden.
Die Phasen können durchaus auch parallel verlaufen.

1. Phase – Korrektur von Bewegungsdefiziten

Werkzeug zum Diagnostizieren: Functional-Movement-Screen (FMS®-Test)
In 7 Testaufgaben werden Beweglichkeit, muskuläre Balancen und Stabilität beurteilt, um Defizite und Schwachstellen zu ermitteln und somit die Verletzungsanfälligkeit zu prognostizieren. Ein definiertes Punkteschema gibt vor, dass pro Übung 3 Punkte erreicht werden können, also insgesamt 21 Punkte. Sollten 14 oder weniger Punkte erzielt werden, dann gilt, dass das Verletzungsrisiko um das mindestens 2- bis 3-fache steigt.

2. Phase – Verbesserung der Stabilität und Mobilität

Die Rumpfmuskulatur überträgt bei nahezu allen motorischen Anforderungen im Sport Kraftimpulse. Durch Core-Training wird hier durch gezielte Autostabilisationsübungen die Stabilität der Wirbelsäule und durch Automobilisationstraining die Belastbarkeit der Wirbelsäule erhöht. Aufbauende individuelle Trainingsprogramme sollen im ersten Teil die Autostabilisation und im zweiten die Automobilisation verbessern.

3. Phase – Verbesserung der funktionellen Belastbarkeit

Um eine solide Basis der funktionellen Belastbarkeit der Körperstrukturen der sportartspezifischen Bewegungsabläufe der Spieler zu erreichen, spielen Kraft- und Schnellkraftkomponenten hier eine übergeordnete Rolle. Komplexe bzw. mehrgelenkige Übungen aus dem Krafttraining dienen hier als Hilfsmittel.
Trainingsprogramme der Kraftausdauer und Hypertrophie sollen auf eine Vergrößerung des Muskelpotenzials ausgerichtet sein. Das Kraftausdauertraining soll zusätzlich die Laktattoleranz verbessern. Darauf aufbauend ist ein Trainingsprogramm zur Steigerung der Maximalkraft geplant, die als Basiskraft für die Schnellkraft dient.

4. Phase – Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit

Das Athletiktraining soll jetzt einen engen Bezug zu sportartspezifischen Bewegungsabläufen haben. Ziel ist es, ein systematisch aufgebautes Training zur Verbesserung der Leistungserbringung im Fußball zu erstellen. Hierfür ist eine Steigerung der Schnellkraft und eine Verbesserung der Reaktivkraft erforderlich. Als erstes Trainingsprogramm wird ein Maximalkrafttraining durchgeführt, welches die Basiskraft für das aufbauende Schnellkrafttrainingsprogramm darstellt. Im Anschluss wird dann eine Verbesserung der Reaktivkraft durch ein plyometrisches Trainingsprogramm erzielt. Bei der Auswahl der Übungen sollte darauf geachtet werden, dass hohe Abdruckkräfte und kurze Bodenkontaktzeiten mit kurzem Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus ausgewählt werden.

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